Die Gehhilfe ist ein Hilfsmittel, das beim Gehen unterstützt und die Gelenke entlastet, zusätzlich wird die Mobilität gefördert.
Bei der Gehhilfe wird in zwei Klassen unterschieden:
- Hilfsmittel im Rahmen der Rehabilitation, anerkannt durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
- Hilfsmittel beim Gehen
Gehhilfen und ihre Funktionen
Gehilfen werden bei Gangunsicherheiten eingesetzt und verringern die Sturzgefahr. Durch die Konstruktion bieten sie eine höhere Stabilität und fördern die Balance des Patienten und dienen als mechanische Unterstützung. Im Vordergrund stehen die Mobilität und die Ermöglichung der eigenen Lebensführung, wodurch auch das Selbstvertrauen des Patienten gestärkt wird und der Patient wieder am öffentlichen Leben teilnehmen kann.
Einsatzgebiete
Gehhilfen werden oftmals zu Rehabilitationszwecken nach einer Verletzung, einem Unfall oder nach einer Operation eingesetzt und helfen bei dem Prothesengebrauch das Laufen neu zu erlernen. Ein weiteres Einsatzgebiet der Gehilfen ist der langfristige Einsatz bei dauerhafter Mobilitätseinschränkung und auch bei diversen Krankheitsbildern wie zum Beispiel rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Gangunsicherheiten bei Multipler Sklerose, etc.
Leistungsrechtliche Beurteilung
Gehhilfen sind Hilfsmittel im Sinne des § 33 SGB V. Demnach haben Versicherte „Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind“… „Der Anspruch umfasst auch die notwendigeÄnderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln, die Ausbildung in ihrem Gebrauch und, soweit zum Schutz der Versicherten vor unvertretbaren gesundheitlichen Risiken erforderlich, die nach dem Stand der Technik zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit und der technischen Sicherheit notwendigen Wartungen und technischen Kontrollen.“
Quelle: http://www.rehadat.de/rehadat/Download/Hilfsmittel/Produktinfo-Gehhilfen-1206.pdf
Gehhilfen bei Gehbehinderungen
Im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung findet man in der Produktgruppe 10.46 die unterschiedlichen Gehhilfen, die durch die GKV für Rehabilitationszwecken anerkannt sind. Wenn man sich mit dem Thema Gehhilfe genauer beschäftigt, wird man feststellen, dass es deutliche Unterschiede bei dem Einsatzgebiet, dem Aussehen und dem Zweck der Gehhilfe zu finden sind.
Gehhilfen für den Innenraum
Gehgestelle, Gehwagen oder aber Gehübungsgeräte gehören zu den anerkannten Hilfsmitteln für den Innenraum und sind in der Produktgruppe 10.46 zu finden. Sie alle erfüllen den gleichen Zweck, allerdings auf eine unterschiedliche Art und Weise.
Gehgestelle
Das Gehgestell (starr) ist ein stabiles Gehgestell aus Aluminium, das auf Knopfdruck bequem an die jeweilige Körpergröße angepasst werden kann. Wird die Gehhilfe nicht verwendet, kann diese zusammengeklappt werden, sodass diese nicht mehr viel Platz wegnimmt. Die Handgriffe sind ergonomisch geformt und sind mit weichen Handpolster-Griffen versehen. Damit beim Gehen die Rutschgefahr so gut wie ausgeschlossen ist, sind an den vier Füßen des Gestelles rutschhemmende Gummifüße angebracht. Die maximale Belastbarkeit liegt bei 100 Kilogramm.

Quelle: care-discount.de
Ähnlich wie das Gehgestell (starr) ist das reziproke Gehgestell aufgebaut. Der Unterschied liegt in den gegeneinander gelenkig bewegbaren Seitenteilen. Dieses Gehgestell ist ebenfalls aus stabilem Aluminium und kann bei Bedarf zusammen geklappt werden. Die Handgriffe sind identisch und auch die gummierten Füße sind vorhanden. Auch hierbei liegt das maximale zulässige Gesamtgewicht bei 100 Kilogramm.

Quelle: yopi.de
Das Gehgestell mit zwei Rollen ist ebenfalls wie das Gehgestell (starr) aufgebaut, hat aber an den vorderen beiden Füßen zwei Rollen und kann somit ohne Kraftaufwand mit den Armen nach vorne bewegt werden. Die hinteren beiden Füße bewegt man durch leichtes Anheben und man muss nicht das gesamte Gewicht des Gehgestelles anheben.

Quelle: careshop.de
Gehwagen
Der Gehwagen mit Armauflage ist mit großen Armpolstern und Haltegriffen ausgestattet und lässt sich bequem durch die vier Rollen durch das Haus oder durch die Klinik schieben. Mit der Bremse lässt sich auch die Geschwindigkeit regulieren und vermittelt mehr Sicherheit. Achselstützen sind auf Nachfrage ebenfalls zu erhalten.

Quelle: medic-rent.de
Ähnlich dem Gehwagen mit Armauflage ist der Gehwagen mit Achselstützen. Im Gegensatz werden durch die Achselstützen die Arme und Hände deutlich entlastet, da das Gewicht besser verteilt ist. Die Achselstützen und die Handgriffe sind besonders gepolstert und er kann durch die vier Rollen ebenfalls leicht bewegt werden.

Quelle: handicap-shop.eu
Gehwagen für Kinder sind von der Bauart identisch wie die der Erwachsenen, unterscheiden sich allerdings in der Größe und dem Gewicht. Oftmals sind sie auch in bunten Farben erhältlich.
Gehübungsgeräte
Gehbarren gehören zu den Gehübungsgeräten und benötigen aufgrund ihrer Bauart viel Platz. Das Gerät besteht aus einer stabilen Stahlrahmenkonstruktion, welche höhenverstellbar ist. Zusammengeklappt nimmt auch diese Gehhilfe wenig Platz weg. Die Belastbarkeit liegt bei 140 Kilogramm.

Quelle: s7.sport-thieme.com
Gehhilfen für den Innenraum und Außenbereich sowie auch Straßenverkehr
Hand- und Gehstöcke
Handstöcke
Der Handstock besteht oftmals aus einem Stück Holz und wird bei einer leichten Gehbehinderung ohne Notwendigkeit der Abstützung eines Skelettanschnittes oder bei Störungen des Bewegungsapparates nach Verletzungsfolgen ärztlich verordnet.

Quelle: phoenix-budo.de
Gehstöcke
Der Gehstock hingegen wird bei einer Gehbehinderung mit der zeitweiligen Notwendigkeit einen Skelettabschnitt zu entlasten, verordnet. Der Gehstock ist aus einem Metallrohr gefertigt und ist mit einem rutschsicheren Laufgummi ausgestattet. Der Gehstock kann auch mit einem anatomisch geformten Handgriff erhalten werden, dadurch wird der Druck auf eine möglichst große Fläche gleichmäßig verteilt.

Quelle: barrierefrei.de
Mehrfußgehilfen
Die Mehrfußgehhilfe ist wie der Gehstock, allerdings hat dieser mehrere abgespreizte Aufstandspunkte (Drei-, Vier- oder Fünfpunktgehstütze). Sie ist ebenfalls auch als Mehrfußgehhilfe mit einem anatomisch geformten Handgriff zu erhalten.

Quelle: medicus-ks.de
Unterarmgehstützen
Die Unterarmgehstütze ist die klassische Gehhilfe bekannt aus Krankenhäusern, bei der der Unterarm bei Belastung durch das Gehen abgestützt wird. Die Stütze ist aus einem Stützrohr gefertigt, hat einen Handgriff und kann bei Bedarf mit höher liegenden Manschetten ausgestattet werden. Selbstverständlich ist auch diese Gehhilfe mit einem anatomisch geformten Handgriff zu haben.

Quelle: careshop.de
Arthritisstütze
Die Arthritisstütze verfügt über ein s-förmig gebogenes Stützrohr in der Manschetten-Region und entlastet somit Hand- und Schultermuskulatur.

Quelle: rehadat.de
Achselstützen
Achselstützen werden alternativ zur Unterarmgehstütze eingesetzt, denn sie sind besonders ratsam bei Patienten mit Unterarmschwäche oder schmerzenden Handgelenken. Sie sind sehr stabil und es wird eine hohe Stützwirkung erzeugt. Oftmals bestehen die Achselstützen aus Holz oder aber aus Leichtmetall und haben weich gepolsterte Handgriffe und Achselpolster.

Quelle: ossenberg.com
Fahrbare Gehhilfen
Zu den fahrbaren Gehhilfen gehören die dreirädigen (Deltaräder) und vierrädigen Gehhilfen (Rollator). Sie werden oftmals bei Patienten eingesetzt, die gehbehindert oder körperlich schwach sind, damit diese beim Gehen permanent gestützt werden. Diese fahrbaren Gehhilfen werden oftmals aus Metall gefertigt und können mit viel Zubehör wie einem Korb, einem Regenschirm- oder Stockhalter erworben werden. Besonders praktisch sind die beiden Handbremsen, durch die die Geschwindigkeit vom Patienten selbst reguliert werden kann.

Quelle: senioshop.ch

Quelle: elektro-mobile.de