Teil 9 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die Verhaltenstherapie

Der Begriff der Verhaltenstherapie beschreibt ein breites Spektrum von Formen der Psychotherapie, bei der die Hilfe zur Selbsthilfe im Fokus steht. Der Patient erlernt zu ermitteln und Methoden anzuwenden, die ihm dabei helfen, mit Situationen besser umgehen zu können. Im Gegensatz zur Tiefenpsychologie schaut die Verhaltenstherapie in der dritten Person auf Situationen („Wir schauen gemeinsam auf die Situation“). Sie ist deutlich stärker an die neurologisch-neurobiologisch Modelle angelehnt, bei der Reiz und Reaktion ebenfalls im Vordergrund stehen.

Prinzipien der

Die Verhaltenstherapie soll dem Boderliner helfen, das Leiden zu lindern und die Handlungsfähigkeit zu erweitern, gleichzeitig werden Techniken gelehrt, mit denen der Borderliner eine bessere Selbstregulation ermöglicht wird. Charakterisiert wird die Verhaltenstherapie von der Behandlung von Gegenwärtigem anstatt Vergangenem und sie geht von der Annahme aus, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können.

Grundlagen der Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie beginnt grundsätzlich immer mit der Verhaltensanalyse des Betroffenen. Die Probleme des Borderliners werden in Abhähngigkeit und mit Hinblick auf die Konsequenzen untersucht und durch das bekannte SORKC-Modell sortiert:

  • S: Situation, Reiz
  • O: Organismus (Kognitive und biologisch-somatische Bedingungen)
  • R: Reaktion, Verhalten
  • K: Kontingenzen (regenhafte Zusammenhänge zwischen Situationen, Verhalten und Konsequenzen)
  • C: Konsequenzen

Die moderne Verhaltenstherapie bezieht auch Gefühle, Gedanken und körperliche Prozesse ein und berücksichtigt Einflüsse des Patienten-Umfeldes

Ziel der Verhaltenstherapie

Der Boderliner soll in der Verhaltenstherapie Hilfe zur Selbsthilfe erlernen, damit er sie auf Situationen im Alltag anwenden und entsprechend reagieren kann.

Teil 8 der gängigsten Therapien bei Borderline: Das handlungsorientierte Verfahren

Das handlungsorientierte Verfahren als bei Borderline geht weniger vom Unterbewussten oder Konflikten der Kindheit, sondern basiert auf aktuellen Ereignissen. Um diese Ereignisse bewältigen zu können, werden in der Übungen trainiert. Das Verhalten wird durch dieses Training verändert und Störungen werden vermieden. Grundlegend geht diese vom lerntheoretischen Konzept des Behaviorismus aus, bei dem es darum geht wie sich ein Mensch benimmt oder was er fühlt und bei dem das gesamte Verhalten des Menschen durch Reiz-Reaktions-Verknüpfung erklärt werden kann. In diesem Konzept hat alles eine Ursache und eine Auswirkung, was sich auch auf das Leben eines Borderliners übertragen lässt. Löst nun eine Handlung eine Boderline-Attacke aus, wird in dem handlungsorientierten Verfahren trainiert, dass diese Attacke nicht entsteht. Regelmäßiges und konsequentes Üben ermöglichen es einem Borderliner dieses Verhalten auch im Alltag anzuwenden, so dass er mit Situationen besser umgehen kann.

Teil 7 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächstherapie, wie sie heute bei der Behandlung des Borderline-Syndroms angewendet wird, wurde von Carl Ransom Roger begründet. Diese Art der baut weniger auf bestimmte Methoden auf sondern hat seinen Schwerpunkt auf der Beziehung Arzt und Patient. Die Gesprächspsychotherapie erfordert eine Offenheit und Akzeptanz in dieser besonderen Beziehung, was eine gewisse Übereinstimmung und Empathie mit sich bringt.

Die Gesprächspsychotherapie geht von einem Selbstkonzept eines jeden Patienten aus, bei dem der Patient eine bestimmte Vorstellung von sich und seinem Handeln hat. Er bestimmt für sich, wie er sein möchte und was er tun möchte. Dieses individuelle Selbstkonzept ist so gestrickt, dass es unter normalen Umständen ruhig und ausgeglichen ist, allerdings bei Situationen, die abweichend sind, ins Wanken gerät und hektisch wird. Diese inneren Konflikte lösen ein Gefühlt bei dem Patienten aus, bei denen er sich nicht mehr wie er selbst fühlt. Dieses verfremdete Gefühl gilt es zu ermitteln und den auf den Grund zu gehen. Widersprüche werden in einem offenen Gespräch aufgedeckt, wobei sich die nicht auf längst vergangene Ereignisse bezieht sondern hier stehen die aktuellen Geschehnisse im Vordergrund. Durch das Behandeln dieser Geschehnisse verändert sich das Verhalten des Patienten, er lernt Probleme und Widersprüche zu erkennen, um mit ihnen umgehen zu können. Die herrschende Akzeptanz in dieser besonderen Arzt-Patient-Beziehung erleichtert es dem Patienten sein inkongruentes Verhalten durchaus normal ist. Das Selbstwertgefühl wird durch die Gesprächspsychotherapie gefördert.

Die Therapie erfolgt überwiegend in Einzel-Therapie-Stunden.

Teil 6 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die dynamische Psychotherapie

Die dynamische Psychotherapie ist eine der gängigsten Therapien bei der Behandlung des Borderline-Syndroms. Diese Art der wurde in den 50er Jahren von der Psychologin Annemarie Dührssen begründet. Die dynamische Psychotherapie hat seine Wurzeln in der Psychoanalyse, hat sich aus der psychoanalytischen Praxis entwickelt und ist eher ein tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren zur Behandlung vom Boderline-Syndrom, Depressionen, etc.

Die dynamische Psychotherapie  basiert auf der Annahme, dass die Krankheit aufgrund eines unbewussten inneren Konflikts entstanden ist und auf die negative und unangenehme Erfahrung zurück zu führen ist. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erleben der Umwelt durch den Patienten, wie er sein Leben meistert und wie Beziehungen gestrickt sind. Im Vordergrund steht das Selbstwertgefühl des Patienten, welches durch den innen Konflikt zerrüttelt und verfremdet ist. Durch dieses negative Selbstwertgefühl hat der Patient eine negative Wirkung auf seine Mitmenschen, woraus verkettet eine negative Reaktion auf ihn und seine Anwesenheit erfolgt. In der wird der unbewusste innere Konflikt bewusst gemacht, in dem durch wiederholtes Erinnern ein mehrfaches Durchleben des Konflikts ausgelöst wird. Darauf aufbauend wird während der dynamischen Psychotherapie durch Erreichen von Teilzielen das Selbstwertgefühl des Patienten neu aufgebaut und seine negative Wirkung in eine positive Wirkung gewandelt. Der Therapeut geht viel aktiver und intervenierender vor als in der klassischen Psychoanalyse.

Die Einzelsitzungen erfolgen im Sitzen, in einer alltäglichen Gesprächs-Situation, bei der der Patient den Therapeuten sehen kann und auch seine Reaktion auf das Gesagte oder auch Nicht-Gesagte erkennen und erleben kann. Insgesamt werden in einer Kurzzeit-Therapie 35 bis maximal 60 Sitzungen durchgeführt, die in unregelmäßigen Abständen erfolgen.

Teil 5 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Bei der Behandlung des Borderline-Syndroms wird sehr häufig die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie durchgeführt. Diese Art der hat den gleichen Ursprung wie die klassische Psychoanalyse, allerdings mit großen Unterschieden. Im Gegensatz dazu strebt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie eine begrenzte Zielsetzung in einer begrenzten Zeit an und erfolgt nicht nach den Regeln der klassischen Psychotherapie, wie zum Beispiel Behandlung auf der Couch und der Therapeut sitzt hinter dem Patienten. Dies ist ein wichtiger Aspekt, denn die Sitzung erfolgt in einer normalen Gesprächssituation, in sich der Patient und Therapeut gegenüber sitzen und sich anschauen können. So kann durch Blickkontakt und Analysieren des Gegenübers, unabhängig ob Arzt oder Patient, die Reaktion und auch die Wirkung des Gesagten erlebt werden.

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie werden aktuelle Konflikte behandelt, die auf Erlebnisse in der Kindheit zurückzuführen sind. Aus dieser werden dann Veränderungen der aktuellen Lebenslage entwickelt.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wurde seit 1960 in Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Krankenkasse entwickelt und ist neben der Verhaltenstherapie eine am häufigsten auf Kosten der Krankenkasse durchgeführte .

Die Therapie erfolgt in Sitzungen, die eine Dauer von 45 Minuten haben und findet einmal die Woche statt. Die Anzahl der Sitzungen ist abhängig von dem Erfolg der Therapie.

Teil 4 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die analytische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie wird bei der Behandlung des Borderline-Syndroms eingesetzt und hat den gleichen Ursprung, wie die klassische Psychoanalyse, die 1890 von Sigmund Freud begründet wurde. Basierend auf der Annahme, dass der Mensch ein typisches Grundmuster hat und danach handelt, ist die analytische Psychotherapie mittels eines strafferen und schnelleren Verfahrens darauf ausgelegt, schnellere Erfolge während der zu erzielen. Dieses Verfahren wurde erarbeitet, da die klassische Psychoanalyse sehr lange dauert und erst nach längerer Zeit Aufschlüsse oder gar Erfolge erzielte.

Annahme in der analytischen Psychotherapie

In der analytischen Psychotherapie wird angenommen, dass die Krankheit aufgrund von nicht vollständig aufgearbeiteter Konflikte aus der Kindheit entstanden ist und diese im Erwachsenenalter Probleme machen. Diese gilt es zu erkennen und zu behandeln, um den Patienten zu heilen. Die Annahme steht im Gegensatz zur klassischen Psychoanalyse, die besagt, dass diese Muster aus der Kindheit im Erwachsenenalter übernommen werden und nicht veränderbar sind.

Die analytische Psychotherapie wird ebenfalls in Form von Sitzungen durchgeführt, die eine Dauer von 45 Minuten haben und zweimal die Woche stattfinden. Die maximale Anzahl an Sitzungen beträgt 250.

Teil 3 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die klassische Psychoanalyse

Die klassische Psychoanalyse wurde ca. 1890 von Sigmund Freud entwickelt. Sigmund Freud stellte die These auf, dass jeder Mensch ein typisches Grundmuster aufweist, welches das Verhalten und die Eigenschaften bestimmt und bildet. Nach diesem Grundmuster werden Konflikte oder Beziehungen erlebt und gelöst. Das Denken und Handeln erfolgt oftmals in dem gleichen Schema, überwiegend unbewusst.

Die klassische Psychoanalyse ist eine Gesprächstherapie, bei der der Patient dem Therapeuten über sein Denken und Fühlen erzählt und auch Ängste und Träume mitteilt. Diese Form des Erzählens und Berichtens nennt sich in Fachkreisen auch freies Assoziieren.

Das freie Assoziieren

Das freie Assoziieren ist in der klassischen Psychoanalyse eine wichtige Grundregel, denn es wird im Vorfeld zwischen dem Patienten und dem Therapeuten vereinbart, dass der Patient alle, scheinbar noch so unwichtige oder gar peinliche Details erzählt. Durch dieses freie Reden hat der Therapeut die Möglichkeit unbewusste Inhalte aufzuspüren. Im Lauf des Gespräches kann der Therapeut das von Freud beschriebene Grundmuster erkennen und somit kann der Therapeut an diesen ansetzen, Situationen aufarbeiten oder die Sichtweise und das Verhalten dahingehend zu ändern. Der Patient erarbeitet mit dem Therapeuten „unbekannte Landschaften“ seines Unterbewusstseins und arbeitet diese auf.

Die klassische erfolgt in Sitzungen, die ca. 45 Minuten lang sind und zweimal die Woche stattfinden. Die Dauer der erstreckt sich auf 150 bis 250 Sitzungen, was einen sehr langen Weg bis zum Ende der beschreibt. Heute wird diese Form der nur noch selten angewendet.

Teil 2 der gängigsten Therapien bei Borderline: Die mentalisierungsbasierende Psychotherapie

Die mentalisierungsbasierende Psychotherapie ist eine weitere gängige , die bei Menschen mit dem Borderline-Syndrom angewendet wird. Diese wurde von Bateman und Fonagy, einem englischen Psychiater und Psychoanalytiker und einem Psychologen und ebenfalls Psychoanalytiker entwickelt. Die mentalisierungsbasierende Psychotherapie basiert auf dem Modell der Mentalisierung, welche durch Fonagy und Target entwickelt wurde. Ziel dieser ist, dass der Borderliner die Gedanken und Wünsche seiner Mitmenschen wahrnimmt und versteht und gleichzeitig auch mit seinen Gedanken und Wünsche umgehen kann. Der Betroffene soll erkennen, dass Gedanken die Grundlage für das Handeln darstellen und immer eine Handlung hervorrufen. Weiterhin soll der Betroffene in der Selbsterkenntnis und Selbstreflexion gefördert werden. Das eigene Ich wird immer mehr manifestiert, sodass der Borderliner gefühlsmäßige Bindungen eingehen kann. Zuerst wird von Bindungen zu primären Bezugspersonen gesprochen, die hinterher auf einen größeren Personenkreis ausgeweitet werden kann und sollte. Nur so kann der Borderliner die Voraussetzungen für soziale Kontakte erlangen. Gleichzeitig wird der Borderliner angeregt, über sich und seine Mitmenschen nachzudenken, das eigene Handeln zu reflektieren.

Zusammengefasst geht es in der Therapie um die Erkennung des eigenen Ichs und somit der eigenen Gefühle. Der Borderliner erlernt zu erkennen, was in anderen Menschen vorgehen könnte und man lehrt ihn, darauf zu reagieren und zu agieren. Fundamental lernt der Borderliner, dass jeder Mensch eine Situation unterschiedlich erleben kann und er lernt, sich in die jeweilige Sichtweise hineinzuversetzen. Auch der Umgang mit Konflikten ist unerlässlich, denn diesen wird der Borderliner jeden Tag ausgesetzt sein. Besonders hilfreich ist es für einen Borderliner, Beziehungen zu Menschen aufbauen zu können und vor ihnen die eigenen Fehler eingestehen zu können. Es wird trainiert, die Angst vor dem Verlassen werden zu verlieren oder sie zu beherrschen und die eigene Identität wird gefördert.

Die Therapie kann als Einzel- als auch Gruppentherapie durchgeführt werden.

Teil 1 der gängigsten Therapien bei Boderline: Die Dialektisch Behaviorale Therapie

Die Dialektisch Behaviorale , auch DBT genannt, wurde in den 90er Jahren durch Marsha M. Linehau entwickelt. Diese wurde bei Menschen angewendet, die ein suizidales Verhalten aufzeigten. Gleichzeitig wurden ebenfalls Erfolge in der Behandlung des Borderline-Syndroms erzielt. Dieses speziell ausgearbeitete Konzept, welches Ableitungen der kognitiven Verhaltenstherapie enthält, konnte bereits nachgewiesene Erfolge bei der ambulanten oder stationär psychiatrisch-psychotherapeutischen von Borderlinern erreichen.

Die Dialektisch Behaviorale Therapie wurde mit anpassbaren und flexiblen Behandlungsstrukturen entwickelt, mit der feste Ziele verfolgt werden. Wichtig ist diese flexible Anwendung, da sich das alltägliche Leben ständig ändert und somit in der Therapie auf diese reagiert werden kann. Bei der Bestimmung des Auslösers, Ermittlung von Problemen, die mit der Krankheit auftreten und Faktoren, die sich negativ auf den Zustand des Patienten auswirken oder gar Anfälle auslösen, wird nach dem gleichen Schema wie in der kognitiven-behavioralen Lern- und Verhaltenstherapie vorgegangen. Um den Patienten in seinem Fühlen, Denken und Handeln zu verändern, bedarf es tief greifender Maßnahmen. Ziel ist es, die Sichtweise des Borderliners zu verändern und Dinge zu hinterfragen, er soll sein eventuelles Fehlverhalten selbst erkennen und lernen, dass das typische Schwarz-Weiß-Denken negative Auswirkungen auf sich und seine Umwelt hat. Zu der Therapie gehört es auch, mit Kritik umgehen zu lernen, sich seinen Gefühlen zu stellen und zu lernen mit ihnen umzugehen, ohne dass die Situation eskaliert. Der Borderliner wird sensibilisiert, Kontrolle in allen Lebenslagen zu bewahren.

Die 5 Module der DBT

1)    Achtsamkeit

Der Patient soll lernen, wer er selber ist, was er fühlt, was er denkt oder wie er handelt. Er soll in der Gegenwart bleiben, ohne sich in die Vergangenheit oder eine Traumwelt zu flüchten. Konzentration, verstehen und bewerten von Ereignissen, Situationen oder auch Beziehungen wird ebenfalls gelehrt.

2)    Stresstoleranz

Borderliner erliegen oftmals ihren extremen Gefühlen, was oftmals eine Eskalation nach der nächsten provoziert. Der Betroffene soll lernen, anhand der Methodik der radikalen Akzeptanz den Umgang und die Einstellung zu nichtveränderbaren Situationen oder Sachverhalten zu trainieren.

3)    Bewusster Umgang mit Gefühlen

Durch die Wahrnehmung der oftmals sehr extremen und sich ständig ändernden Gefühlen, ist der Umgang mit einem Borderliner nicht einfach. Der bewusste Umgang mit Gefühlen sorgt dafür, dass sich der Betroffene aktiv mit seinen Gefühlen auseinandersetzt, sie somit erkennt und sie einzuordnen lernt. Eine besondere Rolle spielt der Umgang mit der eigenen Wut, denn hier ist Selbstkontrolle sehr wichtig.

4)    Selbstwert

Ein sehr entscheidender Punkt beim ist die Selbstwahrnehmung des Betroffenen. Oftmals fühlen sie sich, als seien sie wertlos oder überflüssig. Die DBT fördert die eigene Wahrnehmung, das eigene Empfinden und das Selbstvertrauen des Betroffenen.

5)    Zwischenmenschliche Fertigkeiten

Borderliner handeln sehr häufig ohne Rücksicht auf Verluste und nehmen auch in Kauf, andere Menschen in ihrer Umgebung zu kränken oder ihnen gar vor den Kopf zu stoßen. Hier setzt die DBT an, um dem Borderliner nahezulegen, wie man vernünftig unter Berücksichtigung der Sichtweisen und Gefühle von anderen seine eigenen Bedürfnisse äußert und sie verfolgt. Eine Kollision mit den Mitmenschen sollte vermieden werden. Ziel der DBT ist, die soziale Kompetenz des Borderliners zu fördern.

Dauer und Durchführung der Dialektischen Behavioralen Therapie

Die Dialektisch Behaviorale Therapie erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 Jahren und wird ambulant durchgeführt. Die Durchführung erfolgt in Einzel-Therapiesitzungen, telefonischer Beratung, Erlernen der Fähigkeiten und die Überwachung des Therapieerfolges.

Notfallliste für Borderliner

Um bei einem akuten Vorfall und Einlieferung ins Krankenhaus die Ärzte über den eigenen Gesundheitszustand zu informieren, ist es ratsam eine Notfallliste anzufertigen, die man immer bei sich hat. Diese Liste sollte mindestens die folgenden Angaben enthalten und kann beliebig, dem Gesundheitszustand angepasst, erweitert und verändert werden.

  • Vollständiger Name
  • Vollständige Anschrift
  • Personen mit Namen und Telefonnummer, die im Notfall kontaktiert werden sollen
  • Psychiatrische Diagnose, ICD-Schlüssel
  • Somatische Diagnose
  • Verordnete Medikamente mit genauer Dosierungsangabe
  • Medikamente, die man nicht erhalten sollte oder möchte
  • Name, Anschrift und Telefonnummer des behandelnden Arztes
  • Vermerk, ob eventuell alte oder neue Verletzungen von dem kommen
  • Hinweis dazu, ob man sich um Haustiere oder Menschen z.B. Kinder kümmern muss
  • Besonderes Skills, die einem gut helfen, damit das Klinikpersonal diese Utensilien besorgen kann