Sexualität unter Senioren ist ein Thema, dass noch immer in der Gesellschaft als Tabu gilt. Dabei gibt es genügend Beispiele, die zeigen, dass Sexualität bis ins hohe Alter möglich und nach wie vor gesund ist. Doch mit dem Absinken des Hormonspiegels treten oftmals auch die ersten Probleme auf. Um die genauen Gründe für die Störung herauszufinden, ist der wichtigste Schritt der Weg zum Arzt – für viele Männer eine äußerst unangenehme Sache. Dabei lässt sich die Ursache für eine Potenzstörung oftmals relativ einfach beheben, zum Beispiel, wenn sie durch die Einnahme eines bestimmten Medikaments hervorgerufen wurde. Nur der Arzt ist in der Lage, festzustellen, worin die Gründe liegen und eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.
Es stehen in zwischen eine Reihe Therapien zur Verfügung, die sich bei der sogenannten erektilen Dysfunktion bewährt haben.
- In manchen Fällen genügt bereits eine Umstellung der Lebensweise, wie mehr Bewegung, damit der Körper wieder ausreichend durchblutet wird oder der Verzicht auf Nikotin und/oder Alkohol, denn diese wirken sich potenzmindernd aus.
- Diabetiker sollten darauf achten, dass sich der Blutzuckerwert in einer normalen Höhe stabilisiert, was nicht nur Potenzprobleme mindert, sondern auch vor weiteren Folgeschäden schützt.
- Im Rahmen der Untersuchung wird der Arzt auch die Medikamentierung untersuchen und gegebenenfalls, sofern möglich, umstellen. Hierbei ist es wichtig, dass alle Medikamente dem Fachmann genannt werden, denn auch bestimmte Kombinationen können sich negativ auswirken.
- Eine inzwischen nur noch in seltenen Fällen angewandte Methode sind die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) sowie die transurethale Applikation. Bei der SKAT-Therapie wird mit einer Spritze ein Medikament in den Penis eingespritzt, das die Muskulatur strafft und zu einer Erektion führt. Denselben Effekt haben Zäpfchen, die in die Harnröhre eingeführt werden, allerdings tritt die Reaktion nicht sofort, sondern nach fünf bis zehn Minuten ein und hängt auch von der Stimulation ab. Dieser Weg wird heute nur noch bei Patienten gewählt, die zum Beispiel einen Wirkstoff in den Potenzmedikamenten nicht vertragen oder bei denen Tabletten nicht wirken. Oftmals ist dies bei Diabetikern in fortgeschrittenem Stadium oder nach einer radikalen Prostataoperation der Fall.
- Heute werden in der Regel statt der SKAT-Therapie oder der transurethalen Applikation Potenzmedikamente verschrieben. Da diese sich inzwischen großer Beliebtheit erfreuen, sollte sie nur mit ärztlichem Attest aus der Apotheke bezogen werden, denn bei vielen der im Internet käuflichen, rezeptfreien Produkte handelt es sich um gefährliche Fälschungen.
- Oftmals ist eine Hormonersatztherapie, bei der dem Körper Testosteron zugeführt wird, hilfreich
- Die Vakuum-Erektionshilfe besteht aus einer Pumpe, die einen Unterdruck erzeugt und dadurch Blut in die Schwellkörper zieht. Zum Erhalt der Erektion wird ein Penisring übergestreift, der den Rückfluss des Blutes verhindert.
- Penisimplantate gelten als die letzte Möglichkeit zur Abhilfe eine Potenzstörung und kommen nur zur Anwendung, wenn sich alle anderen Therapien als erfolglos erweisen.